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Interview mit Katja Söchting
Katja Söchting
Schriftzug in Schreibschrift "Just Relax"
Wir sprechen heute über die Einrichtung und wie man damit mehr Entspannung in den Alltag bringen kann. Dazu haben wir Katja Söchting im Interview.
Katja Söchting

Einstieg

Sie haben zunächst eine Ausbildung zur Bankkauffrau gemacht und haben danach ein Studium in der Kunst- und Designgeschichte absolviert. Wie haben Sie ihre Leidenschaft für die Ästhetik entdeckt und was hat Sie dazu bewogen, einen derartigen Wandel in Ihrer beruflichen Karriere einzuleiten?

Aufgewachsen mit Kunst und Design in einem Haus der klassischen Moderne, bin ich schon früh mit schönen Dingen in Kontakt gekommen. Die Ausbildung zur Bankkauffrau ergab sich aus dem Wunsch einer soliden Berufsausbildung.

Sie arbeiten nun seit einigen Jahren als Expertin für Interior Design und beraten im Zuge Ihrer Arbeit nicht nur Unternehmen bei der Einrichtung von Büroräumen oder Arztpraxen, sondern betreuen auch Privatpersonen bei der Gestaltung ihrer eigenen vier Wände. Was motivierte Sie dazu, anderen Personen bei der häuslichen Einrichtung zu helfen? Was ist das Schöne an Ihrem Beruf?

Ich komme so mit unterschiedlichen Menschen zusammen, die mich um Rat fragen, wie sie ihr Zuhause gestalten. Meine Hilfe ist entweder über Jahre oder auch akut gefragt, z.B. mit der Gestaltung einer zweiten Wohnung oder einer neuen Wohnung auf Grund einer Lebensveränderung. Immer wieder freue ich mich über zufriedene Kundinnen und Kunden und manche begleite ich in der Tat seit Jahren. Eine liebe Kundin ist eine inzwischen erfolgreiche Managerin mit drei Kindern, die ich, seit sie Studentin ist, in Sachen Inneneinrichtung berate und der ich nun tatsächlich schon die dritte Wohnung eingerichtet habe. Ausgetauscht wird selten etwas, eher kommt etwas hinzu oder wird anderswo verwendet. Mit Menschen und schönen Dingen zu arbeiten, macht einfach Spaß.

Ein Beruf, wie Sie ihn ausüben, wirkt sich sicher auch auf das eigene Privatleben aus. Worauf achten Sie selbst, wenn Sie Ihre persönlichen Privat- und Geschäftsräume einrichten?

In erster Linie sind die Dinge, mit denen ich mich umgebe, von großer Qualität hinsichtlich Funktionalität, Formgebung und Nachhaltigkeit. Wo und wie das Produkt hergestellt wurde, ist auch von großer Bedeutung.

Einrichtung

Ihre Arbeit ist zweifelsohne sehr vielseitig. Was sind die Unterschiede in Ihrer Arbeit zwischen dem inneren Design von Geschäftsräumen und dem Gestalten von Wohnungen? Worauf legen besonders Privatkund*innen wert?

Hier, d.h. für Privaträume, lege ich besonderen Wert auf die individuellen Wünsche der Kundinnen und Kunden. Im intensiven Gespräch und regem Austausch erarbeiten wir gemeinsam die Einrichtung der Räume, in denen sich die Bewohner*Innen auf Dauer wohlfühlen sollen.

Sie hegen eine Leidenschaft gegenüber dem funktional klassischen Design der Bauhauszeit und der 1950er und 60er Jahre und auch das moderne italienische Design der 70er bis 90er begeistert sie. Was sind die aktuellen Trends in den Häusern der Deutschen? Eher modern und neuartig oder Retro und inspiriert von den letzten 70 Jahren?

Das bedingt sich oft gegenseitig und häufig ist auch eine Mischung genau das Richtige. Verschiedene Stilrichtungen zu kombinieren, macht mir zurzeit besonders viel Freude: Altes und Fernes mit Neuem und Regionalem zu mischen.

„Home Sweet Home“. Dieses und andere Sprichwörter sind in den Köpfen aller Menschen. Das eigene Zuhause ist für viele Menschen ein heiliger Zufluchtsort und das Ende jedes langen Tages. Welchen Einfluss, glauben Sie persönlich, hat unser Zuhause auf uns?

Ich glaube sogar, dass dies oft unterschätzt wird. Und ich rate jeder und jedem sich hier fachlichen Rat zu holen. Denn das Zuhause kann manchmal auch nur mit Umräumen oder auch Aufräumen deutlich verschönert werden und somit die Lebensqualität, sagen wir Wohnqualität und auch das Wohlfühlen verbessern.


Große Wirkung von kleinen Details

Der psychologische Effekt von Farben ist mittlerweile gut belegt und das Wissen darüber weit verbreitet. In der Einrichtung einer Räumlichkeit gibt es aber noch viele andere Komponenten. Haben Sie einen Ratschlag, wenn es darum geht, einen Raum einzurichten, der besonders entspannend ist? Worauf sollte ich achten und welche Schritte kann ich unternehmen, um ein Zuhause zu erschaffen, in dem ich mich optimal entspannen kann?

Hier sollte sich die Bewohnerin / der Bewohner fragen: „Wo halte ich mich wie am liebsten auf? Im Liegen, Sitzen oder auch im Wechsel? Welche Farben mag ich schon seit Kindheit? Welche Materialien bevorzuge ich?“

Ihr absolutes Steckenpferd sind die Textilien wie Teppiche, Vorhänge und Rollos. Dies sind vermeintlich kleinere Accessoires, die im Vergleich zum generellen Layout und Design des Raumes vermeintlich weniger Aufmerksamkeit bekommen. Welche Rolle spielen in Ihren Augen auch die kleinen Details, wenn es darum, geht sich wohlzufühlen?

Textilien haben eine große, nicht zu unterschätzende Bedeutung. Allein Vorhänge machen einen Raum schon deutlich angenehmer bzw. wohnlicher. Ein Teppich kann mancherorts sogar ein Sitzmöbel ersetzen. Schöne Kissen und Decken können immer wieder ausgetauscht und verändert werden, je nach Stimmung oder Jahreszeit.

Manchmal ist weniger mehr

Auf Ihrer Website findet sich der Grundsatz, der Sie in Ihren Projekten leitet: „Jedes einzelne Stück benötigt Luft zum Atmen und soll im Raum funktionieren und auf Dauer ästhetisch überzeugen.“ Ist es ein klassischer Laien-Fehler, Räume visuell zu überladen und die einzelnen Elemente nicht wirklich aufeinander abzustimmen?

Das glaube ich nicht. Meiner Meinung nach ist die Qualität des einzelnen Stücks von großer Bedeutung und das ist individuell verschieden. Aber: Ein schlecht fabriziertes oder hässliches Produkt hat in einem schönen Zuhause nichts verloren!

Tipps

Für alle Leser*innen, in denen jetzt der Wunsch aufgekommen ist, die Gestaltung des eigenen Heims in die Hand zu nehmen und bewusster anzugehen: Haben Sie Tipps, wie sie vorgehen können? Welche Fragen sollten sie sich zu Beginn stellen und worauf sollten sie im Prozess achten?

Sprechen Sie mit jemandem, der Ihnen zuhört und lassen Sie sich nicht zu sehr von Trends beeinflussen, die Ihnen in den sozialen Medien entgegenspringen. Und: Horchen Sie in sich hinein. Nicht in allen Wohnräumen müssen die gleichen Plastikschalenstühle und die gleichen Metallkorpus-Möbel stehen. Was mag ich wirklich gerne? Was passt zu mir?

Vielen Dank

Vielen Dank für das Interview und Ihre wertvollen Tipps Frau Söchting.

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